Kirchengemeinde St. Mauritius | Winzeln

Erfahren Sie mehr über unsere katholische Kirchengemeinde

Unsere Kirchengemeinde St. Mauritius in Winzeln

von Kunibert Frank

Die Kirchengemeinde umfasst das Gebiet der Gemeinde Fluorn-Winzeln, die 1972 aus dem Zusammenschluss der beiden eigenständigen Dörfer Winzeln und Fluorn hervorgegangen ist. Von den 3191 Einwohner im Jahre 2010 sind 1533 katholisch, wobei Winzeln mehrheitlich katholisch und Fluorn evangelisch geprägt ist.

Der Patron

Die Kirche und die Gemeinde tragen den Namen des Heiligen Mauritius, der zu Beginn des 4. Jhdts. den Märtyrertod starb. Mauritius war der Legende nach Kommandant der in Ägypten überwiegend aus Christen rekrutierten Thebäischen Legion, die später in der Schweiz bei St. Maurice stationiert war. Wegen ihrer Weigerung den Göttern Roms zu opfern und sich an der Christenverfolgung zu beteiligen, wurden die Soldaten nach und nach hingerichtet. Am Gedenktag des Hl. Mauritius, dem 22. September, wird allen, die den Namen Moriz, Maura, Maurine, Maureen – oder ähnlich klingende tragen – zum Namenstag gratuliert.

Zur Geschichte der Gemeinde

Bis 1563 wurde Winzeln von Alpirsbacher Mönchen betreut, danach vom jeweiligen Waldmössinger Pfarrer. 1809 erhielt Winzeln den Status einer selbständigen Pfarrei. Die aus der Gotik stammende Dorfkirche erwies sich für die wachsende Gemeinde zunehmend als zu klein, so dass im Jahre 1909 in der Dorfmitte an exponierter Stelle eine neue Pfarrkirche errichtet wurde.  Im Pfarrhaus Winzeln befindet sich der Wohnsitz des leitenden Pfarrers der Seelsorgeeinheit und vom dortigen Pfarrbüro werden zentrale Aufgaben für die Seelsorgeeinheit erledigt.

Im Gemeindeleben gibt es aufgrund unterschiedlichster Initiativen und großen Engagements vielfältige liturgische, soziale, spirituelle und kulturelle Angebote für Jung und Alt. Auch der Kirchengemeinderat gibt Impulse und sucht regelmäßig das Gespräch und den Austausch mit den Gruppen und Kreisen. Das Gemeindehaus Quelle bietet auf seinen zwei Stockwerken hinreichend Platz für Begegnungen, Feiern, Singen, Glaubensgespräche, Spiele, Sitzungen u.v.m.

Die Pfarrkirche in Winzeln

Von der alten zur neuen Kirche

Nachdem die im 15. Jahrhundert erbaute „Alte Kirche“ mit dem Hl. Mauritius als Patron dem Wachstum der Kirchengemeinde irgendwann nicht mehr genügen konnte, musste sie vergrößert werden.

Das Langhaus wurde zweimal im Jahre 1787 und 1866 verlängert. Bereits 1846 hatte man den Gedanken ein neues Gotteshaus zu bauen, jedoch scheiterte das Vorhaben an den letztendlich fehlenden finanziellen Mitteln der Gemeinde. Im Jahre 1857 nahm Pfarrer Becker den Gedanken neu auf und stellte beim Gemeinderat den Antrag einen Kirchenfonds so lange aufzulegen, bis das nötige Kapital zum Bau einer neuen Kirche aufgefüllt war.

Im Mai 1907 wurde das lang geplante Vorhaben nun in Angriff genommen. Mitten im Ort, von Baumgärten umgeben wurde die neue Winzler Pfarrkirche gebaut.

Die neue Kirche

Die im neugotischen Stil und mit Buntsandsteinen gebaute Kirche hat eine Länge von 46 Meter und eine Breite von knapp 10 Meter. Bereits von weiter Entfernung kann man den majestätischen Kirchturm erkennen, auf dessen Spitze in 55 Meter Höhe ein goldener Wetterhahn angebracht ist. Dem Wachstum der Kirchengemeinde wurde Rechnung getragen und in der neuen Kirche konnten 700 Menschen Platz nehmen. Auf der Empore befinden sich zusätzlich noch 114 Sitzplätze. Am 10. Mai 1909 fand die feierliche Weihe unserer neuen Kirche statt. Die von der bürgerlichen Gemeinde gebaute und bezahlte Kirche wurde im Jahre 1910 der Römisch-Katholischen Kirche geschenkt, bzw. im Tauschverfahren gegen die Alte Kirche übereignet.

Renovierungen bis heute

In den Jahren 1967 und 1968 wurde die Kirche grundlegend renoviert, auch die Altäre, welche zwischenzeitlich durch Holzwurmbefall sehr stark beschädigt waren, mussten erneuert werden. Für großen Unmut sorgte der Ausbau der bleiverglasten Fenster mit ihren schönen Bildmotiven, da diese nur durch schlichte Kunstbetonfenster ersetzt wurden. Ein Sakristeianbau und eine Heizungsanlage entstanden ebenfalls neu.

Sowohl während des Ersten-, als auch im Zweiten Weltkrieg mussten die Glocken (bis auf die Kleinste) abgeliefert werden. Bei der Glockenweihe 1950 wurden neue Glocken installiert und ihrer Bestimmung übergeben. Ende der fünfziger Jahre wurden die Glockenseile gegen ein modernes Läutewerk ersetzt. Das Uhrwerk muss noch heute alle acht Tage von Hand mit der Kurbel aufgezogen werden. Generationen von Ministranten vergossen beim Aufziehen viel Schweiß. Heute wird diese Arbeit von freiwilligen Helfer aus der Gemeinde übernommen.

Die letzte Neugestaltung des Innenraums, die der Kirche ihr heutiges Aussehen verlieh, wurde mit der feierlichen Weihe durch Bischof Dr. Gebhard Fürst im Jahr 2001 abgeschlossen.

Die Ausgestaltung

Unser Kreuzweg mit 14 wunderschönen Holzfiguren lädt ein, zu sich selbst zu finden oder einfach nur zum Verweilen. Neben einer Kopie der bekannten  Winzelner Madonna sind der Hl. Mauritius, der Hl. Martin, die Hl. Anna, der Hl. Wendelin, der Hl. Franz von Assisi, die Hl Theresia vom Kinde Jesu, der Hl. Antonius von Padua, Sankt Josef und der Hl. Sebastian als Figuren in unserer Kirche zu finden. In der kleinen Kapelle links des Haupteingangs, bekam nach der Renovierung das Bild „Mutter Gottes“ als Zeichen der Verbundenheit zum Geist Schönstatts einen gebührenden Platz.

Gerne besuchen wir unsere Kirche an den werk- und sonntäglichen Gottesdiensten, bei Tauffeiern, Erstkommunion, Firmungen, Hochzeiten, Schüler-, Jugend-, Hausfrauen- und Seniorenmessen, Andachten, Rorateamt und nicht zuletzt bei Trauerfeiern. Ziel ist, in unserer Kirche in der Gemeinschaft mit anderen Christen unserem Herrn zu danken, unsere Bitten vorzutragen und Kraft für den Alltag zu schöpfen. Wir freuen uns über Ihren Besuch.

Text: Karl-Heinz Hezel

Der Winzler Kirchturm: hoch und bunt!

Höchster Dorfkirchtum in Baden-Württemberg

 

Ganz offiziell seit August 2018 dürfen wir stolz festhalten: mit amtlich festgestellten 59,38 Metern ist der Turm unserer Pfarrkirche St. Mauritius der höchste Dorfkirchturm im Land Baden-Württemberg!

Schon vorher hatte die durch Emil Moosmann veranlasste amtliche Messung ergeben, dass die in den Unterlagen festgehaltenen Maße falsch waren: der Turm war schon immer höher als angenommen. Mit Starzach-Bierlingen konnte man allerdings nicht mithalten, galten die dortigen 62 Meter doch bisher als Dorfkirchturmrekort.
Die Berichterstattung über unsere Neuvermessung hat aber in Starzach die Skeptiker auf den Plan gerufen. Und siehe da: die amtliche Vermessung hat den stolzen Starzachern ganze fünf Meter geraubt. Nur noch 57,02 Meter ist ihr Kirchtum hoch.
St. Mauritius übertrifft ihn also messbar. Und in den Herzen der Winzler galt ja schon immer: wir haben den Höchsten, den Schönsten und den von weithin Sichtbaren.

Übrigens: Im Turm hängt auch die größte Glocke der Seelsorgeeinheit. Mit ihren 1,5 Tonnen in DES tönt die Marienglocke weit über das Dorf hinaus.

Bericht im Schwarzwälder Boten zur amtlichen Feststellung: Höchster Dorfkirchturm steht in Winzeln (296,64 kB)


Kirchturm bleibt dunkel

Kirchengemeinde Winzeln folgt Kurzfristenergiesicherungsverordnung und schaltet die liturgische Beleuchtung des Kirchturmes ab.

Mit Gültigkeit vom 01.09.2022 bis zum 28.02.2023 wird aus Einsparungsgründen der Verbrauch an öffentlichen Gebäuden per Bundesverordnung reduziert. § 8 der Kurzfristenergiesicherungsverordnung (EnSikuV) verbietet die Außenbeleuchtung von Bauten. Auch die Kirchengemeinde Winzeln folgt dieser Verordnung und hat die Beleuchtung des Kirchturmes in liturgischen Farben abgeschaltet. Ob und in welchem Umfang zu den kommenden kirchlichen Hochfesten eine kurzfristige Beleuchtung erfolgen kann, wird in der nächsten Kirchengemeinderatssitzung beraten.

Die Beleuchtungsanlagen in Winzeln sind von Anfang an mit energiesparenden LED-Strahlern ausgestattet worden. Dennoch ist das Abschalten ein kleiner Beitrag zum Energiefasten.

Kirchturm: Leuchtturm des Glaubens!

 

Es war also eine Überraschung, als im August 2018 das Landesvermessungsamt offiziell feststellte, dass der Winzler Kirchturm mit über 59 Metern der „höchste Dorfkirchturm in Baden-Württemberg“ sei.
Schon vier Jahre vorher wurden beim ökumenischen Großereignis „INTERMEZZO – Glaube bewegt“ zur Nacht der offenen Kirchen die Kirchtürme in Waldmössingen und Fluorn-Winzeln farbig angeleuchtet. Sichtbare Zeichen des Glaubens sind sie. Und vor allem der Winzler Turm ist weithin erkennbar.
 
Die Idee, das markanteste Gebäude in Winzeln dauerhaft ins rechte Licht zur rücken, wurde damals geboren.
Mit der Umsetzung hat sich der Kirchengemeinderat Zeit gelassen. Zum einen, weil die notwendigen technischen Voraussetzungen geschaffen werden mussten und weil es grundsätzliche Dinge zu bedenken gab: Soll der Turm als architektonische Schönheit in Szene gesetzt werden oder soll das Beleuchtungskonzept einen tieferen Sinn haben? Welche Technik schafft den Spagat zwischen Ökologie, Ökonomie und Denkmalpflege?
 
In Zusammenarbeit mit der Firma Weber Lichttechnik konnte schließlich ein Konzept umgesetzt werden, das aus Sicht des Kirchengemeinderates alle wesentlichen Aspekte bedachte.
 
Wichtig war dem Kirchengemeinderat, mit der Beleuchtung auch ein Zeichen des Glaubens zu setzen. Deshalb wird der Turm in wechselnden Farben beleuchtet. Aber nicht, weil es hübscher aussieht, sondern weil die Farben Hinweis sind auf die jeweils sinngebende liturgische Farbe des Kirchenjahres.
  • Grün steht für die normalen Zeiten und Sonntage des Jahres.
  • Violett leuchtet die Vorbereitung: also die Fasten- und Adventszeit.
  • Weiß ist den hohen Feiertagen und Festen vorbehalten; die Osterzeit ist so eine.
  • Rot steht für die Liebe des Heiligen Geistes an Pfingsten oder auch für den Beginn des Leidens Christi am Palmsonntag.
  • Dunkel bleibt der Turm von Karfreitag bis zur Osternacht, der Nacht des neuen Lichtes.

Die eingesetzten LED-Strahler entsprechen dem neuesten Stand der Technik: wenig Lichtstreuung, geringer Energieverbrauch, insekten- und vögelschonend.

Die Beleuchtungsdauer richtet sich nach dem Sonnenuntergang und beginnt jeweils 30 Minuten danach; Ende der Beleuchtung jeweils um 1.00 Uhr.
Dafür sorgt die vollautomatische Kalendersteuerung.
 
So hofft der Kirchengemeinderat, den Wert der Heimat neu ins Bewusstsein gerufen – oder besser – „geleuchtet“ zu haben.

Kapellen und Bildstöcke

s’Zieglers Käppele

Unter zwei alten Linden findet sich diese bäuerlich ausgestattete, kleine Kapelle, die ein altes Kruzifix enthält.

Erbaut wurde sie um 1700; ihren Namen verdankt sie der Stifterfamilie Niebel, die die ehemalige „Ziegelei“ betrieb.

Die Kapelle, die an einen Bildstock erinnert, befindet sich an einer Wegegabelung – sie erinnert uns an die Wahl des richtigen Lebensweges; diesen mit dem gekreuzigten Herrn zu gehen führt zum Ziel.

Heute wird die Kapelle von der Familie K. Glunk gepflegt.

s‘ Käppele

Die 1869 durch eine Stiftung der in Amerika verstorbenen Martina Hezel erbaute Kapelle ist der Mutter Gottes geweiht.

Sie steht an der Straße nach Beffendorf und lädt Wanderer und Fußgänger in Richung Sportplatz zum Verweilen ein.

Die Kapelle wird heute von der Familie M. Reimann gepflegt.

Auch den eiligen Reisenden im Auto verlangt sie einen kleinen Augenblick des Innehaltens ab – vielleicht darf man deshalb dort nur mit 60 km/h fahren? So bewahrt uns die Mutter Gottes auch vor Raserei!

Weitere Infos und Links

 

Interessante und weiterführende Informationen

Kontaktdaten

Mitgliedschaften der Kirchengemeinde Winzeln

Die Kirchengemeinde ist u.a. Mitglied und Gesellschafter in folgenden Bereichen:

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